Neue Ideen in der Wasserversorgung

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Aus der Fraktion:

Auch wenn wir glücklicherweise im verregneten Bergischen Land in der Regel keinen Wassermangel erleiden müssen, kann unser Wasser doch zum Politikum werden. So geschehen in der Wasser-Ausschusssitzung vom 9.6.2010.

Ein Landwirt möchte gerne sein eigenes Quellwasser nutzen, das von der Qualität sogar noch besser als das vom Gemeindewasserwerk zur Verfügung gestellte ist. Leider gibt es einen sogenannten "Anschlußzwang", der den Landwirt zwingt, trotzdem das "normale" Trinkwasser zu verwenden. Wir Liberale stehen staatlich verordneten Zwängen grundsätzlich etwas skeptischer gegenüber, andere haben damit vielleicht keine großen Probleme.

Scheinbar darf eine Gebührenordnung, die die Nutzung des eigenen Trinkwasser nicht vorsieht und die Nutzung eines schlechteren Wassers, das kilometerweit gepumpt werden muss (was nicht ganz umweltfreundlich ist), nicht kritisch hinterfragt werden, anders lassen sich die persönlichen Angriffe und sachlichen Unwahrheiten in den Pressemitteilungen der Grünen Lindlar nicht erklären.

Die FDP Lindlar fordert keine "Wasserflatrate", selbst in Irland, welches bis vor ein paar Jahren keine Gebühren für die Wassernutzung hatte, werden aufgrund von EU-Vorschriften nun Wasserzähler in allen Haushalten installiert, damit man die Wassernutzung abrechnen kann. Aber eine moderne und/oder im Wettbewerb entstandene Wasserversorgung würde unserer Meinung dem Landwirt keine bürokratischen Hemmnisse in den Weg legen. So wie sich auch die Telefontarife von den 80er Jahren bis heute fort entwickelt haben, so müßte sich auch eine gute moderne Wasserversorgung den Bürgern anpassen. Leider zeigen die Grünen kein Lösungskonzept für den Landwirt auf.

Zum "Verkauf des Wasserwerks":

Die Grünen-Lindlar schreiben: "die Wasserversorgung von Lindlar muss in der Hand der Gemeinde bleiben, nur der Staat kann garantieren, dass wir immer sauberers und erschwingliches Wasser bekommen können" (Pressemitteilung vom 23.06.2010).

Schade, dass die gute Arbeit der Wassergenossenschaften in Lindlar damit so abgewertet wird. Wir Liberale denken eben weiter. Unser Strom wird von privaten Unternehmen geliefert, unsere Telefonversorgung wird nicht mehr durch die Bundespost realisiert, auch Gas und Öl bekommen wir in der Regel nicht aus der Hand des Bürgermeisters. Auch alle anderen (Bio-)Lebensmittel kommen von privaten Unternehmen. Und wenn die Gemeinde erst nach zwei Jahren in der Lage ist, den Jahresbericht des Wasserwerks vorzulegen, sollte die Gemeinde prüfen, die Wasserversorgung nicht an jemanden zu geben, der die Zeit hat, sich damit zu beschäftigen. Außerdem können größere, auf Wasserversorgung spezialisierte, Unternehmen die Fixkosten besser aufteilen und beim Bürger zu Entlastungen führen.

Die Schulden der Gemeinde wachsen hingegen unaufhörlich weiter und es steht in unserer Verantwortung, dass man auch einmal darüber nachdenken darf, wie sich die Gemeinde von ihrem überblähten Aufgabenapparat gesundschrumpfen könnte.

Schade, wenn sich die anderen Fraktionen daran nicht beteiligen wollen und am Status quo verharren.

"Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann." (Francis Picabia)

 

Autor: Marco Brück

Kommentare (2)
Danke für den Kommentar
2 Dienstag, 06. Juli 2010 um 11:33 Uhr
M. Brück
Warum das Nachdenken über alternative Tarifstrukturen (eine "Wasserflatrate" kann für mehrköpfige Familien durchaus eine soziale und solidarische Option sein und wird auch in der Gemeinde Lindlar vielfach praktiziert (nur dann nicht so genannt)), gleich ein verbaler Ausrutscher sein soll, erschließt sich mir nicht direkt. Zumal aus den Reihen der Grünen so qualifizierte Äußerungen wie "Schwachsinn" gleich auch noch wörtlich zitiert werden dürfen.

"Wie Ihnen ja bereits von allen anderen Fraktionen in der Sitzung erklärt wurde, kann die Qualität des Wassers und das Preisniveau nur auf diese Art und Weise stabil gehalten werden."
- Andere Gemeinden beweisen das Gegenteil. Dass sich beim Gedanken an einen Verkauf aber so echauffiert wird, zeigt, dass da nicht alles ganz Koscher sein kann. Wir werden weiter investigativ tätig werden, das haben die Bürgerinnen und Bürger von Lindlar verdient.
politisch interessierte Bürgerin der Gemeinde Lindlar
1 Freitag, 25. Juni 2010 um 09:20 Uhr
Dr. Susanne Freese
Da Sie ja noch ein Neuling auf dem politischen Gebiet sind, sei Ihnen, Herr Brück, der ein oder andere verbale Ausrutscher noch verziehen! (Das Wort „Wasserflatrate“ kam aus Ihrem Mund!)
Im Gegensatz zur FDP hält die Fraktion der Grünen das Solidaritätsprinzip zur Trinkwasserversorgung in der Gemeinde Lindlar offensichtlich für ein wichtiges Gut. Wie Ihnen ja bereits von allen anderen Fraktionen in der Sitzung erklärt wurde, kann die Qualität des Wassers und das Preisniveau nur auf diese Art und Weise stabil gehalten werden. Da es sich hier um ein Lebensmittel handelt, ist der Vergleich zur Telefonversorgung doch wohl etwas gewagt. Auch der Landwirt aus Breun wollte dieses Solidaritätssystem nicht verlassen.
Es wäre unverantwortlich das „gesundschrumpfen eines überblähten Aufgabenapparates der Gemeinde“ mit dem Verkauf des Wasserwerkes zu beginnen. Dieses unkontrollierbare „Monopoly spielen“ ist zum Glück mit den Grünen nicht zu machen!

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